Das erste Nähprojekt

Bislang habe ich Kleidung für meine Tochter Isabelle (2 Jahre) nur geshoppt. Doch irgendwann dachte ich mir: Wieso eigentlich nicht selber machen/nähen? DIY ist absolut im Trend und zwei linke Hände habe ich auch nicht, also nur her mit dem neuen „Hobby“:

Dank diverser Rezensionen war relativ schnell klar, welche Nähmaschine ich mir unter den Christbaum wünsche und so erhielt ich bereits Anfang Dezember ein Paket. Ich hatte zu dem Zeitpunkt weder irgendwelche Nähutensilien noch Stoff zu Hause. Also stand meine tolle neue Nähmaschine erst einmal nur am voll geräumten Schreibtisch und fing sich bereits die erste Staubschicht ein.

Doch mit der Zeit habe ich nun schon einige Bestandteile zum vermeintlich erfolgreichem Nähen zusammen gesammelt. Einerseits gesellte sich zur Nähmaschine unterm Christbaum noch ein Anfänger-Nähset dazu, andererseits habe ich bereits mein ♥ und ein paar EUR an einen ganz tollen Stoffladen verloren (von diesem möchte ich euch gerne ein andermal mehr erzählen 😊).

Zu Beginn lasst mich gleich erwähnen, dass ich ein ziemlich selbstkritischer Mensch bin. Ich neige dazu, mir gewisse Dinge des Öfteren schwerer zu machen, als sie es oftmals sind. Wie bestimmt viele von euch auch, habe ich, bevor ich mich an das Nähen selbst gewagt habe, viele Blogs gelesen, Foren durchforstet und auch YouTube Videos angesehen.

Das Wichtigste, das ich beim Sammeln dieser ganzen ersten Eindrücke und Erfahrungen mitgenommen habe, möchte ich euch direkt weiter- bzw. mitgeben: Einfach machen! Man darf nicht zu viel Scheu vor eventuellen Fehlern haben und sich auch nicht davon abhalten lassen, einfach anzufangen! Genau das ist mir natürlich eine Zeit lang passiert. Ich bin aber froh, dass es sich nur um wenige Wochen handelt und nicht gar um viele Monate.

Diesem Mantra bin ich also am 25.12.2016 gefolgt und ich habe begonnen, mein erstes Kleidungsstück für Isabelle zu nähen.

Da ich, wie ihr mittlerweile wisst, absolute Nähanfängerin bin, dachte ich mir, es wäre eine gute Idee, ein bereits vorhandenes Kleidungsstück als Vorlage zu nehmen. Gesagt, getan…als Vorlage wählte ich eine von Isabelles bequemen Hosen mit Bündchen an Beinen und Bauch.

Natürlich hatte ich mir das Ganze leichter vorgestellt, als es letzten Endes war. Ich wählte einen einfarbigen Jersey-Stoffrest und stieß gleich zu Beginn auf das erste Problem: Mir flößte das Schneiden des Stoffes enormen Respekt ein!

  • Was, wenn ich die Maße der Hose nicht genau genug abzeichnen konnte?
  • Was, wenn ich zu klein ausschnitt?
  • Was, wenn der Schnitt nicht symmetrisch war?
  • Inwiefern würden sich all die möglichen Fehler auf die Hose auswirken?

Bevor ich mich selbst komplett verunsicherte, holte ich nochmals mein neu gewonnenes Mantra hervor und sagte immer wieder zu mir: Einfach machen…einfach machen! Einfach machen!

Da ich ohne Schnittmuster arbeitete, war es schwierig für mich, eine ziemlich genaue Kopie der Hose zu Stoff zu bringen. Nicht nur, dass die Bündchen den Stoff verzerrten, war mein Stoffrest auch noch für die Beinlänge zu kurz. Also schnell den Stoff gedreht und Problem gelöst. So dachte ich zumindest 😂 Als die Hose fertig war, stellte sich das als mein erster Fehler heraus.

Nun seht aber erst einmal weitere Fotos zu meinem Werk. Ich habe versucht, die einzelnen Arbeitsschritte so gut als möglich abzulichten. Erfahrene Näherinnen, und auch sonst die meisten von euch, werden vermutlich schon auf den Fotos einige Fehler erkennen.

Für die Anfänger unter euch habe ich zusätzlich noch eine Liste aller von mir gemachten (zumindest von jenen, die mir bewusst sind 😉) Fehler erstellt:

  1. Ich habe den berühmten Fadenlauf  beim Drehen des Stoffes missachtet,
  2. ich habe nicht nur die Beinlänge zugenäht, sondern auch den Allerwärtesten (1. Mal Auftrennen),
  3. die Garnfarbe war eine äußerst schlechte Wahl in Kombination mit der ebenfalls schlechten Stichwahl,
  4. ich habe doch tatsächlich das Bauchbündchen verkehrt angenäht (2. Mal Auftrennen),
  5. aus Faulheit habe ich manche Nähte einfach noch einmal übernäht,
  6. gemäß meiner Mama sitzt im Schritt der Popo vorne (hätte wohl anders zugeschnitten gehört?! Schnitt war für vorne und hinten gleich ;))

Gebt Bescheid, wenn ihr noch weitere Fehler findet 8)

Ehrlich gestanden hatte ich nicht geglaubt, dass ich gleich so viele Fehler machen würde. Ich begann um 12 Uhr zu nähen und war (mit einer kurzen Mittagspause von etwa einer halben Stunde) um 19 Uhr fertig.

Meine erste selbst genähte Hose kostete mich also rund 7 Stunden Arbeitszeit. Für eine Mutter einer zweijährigen Tochter ist das wirklich wirklich viel Zeit!

Mein besonderer und erster Dank auf meinem Blog gilt daher meinem Verlobten und Herzblatt Nico, der es zustande gebracht hat, mir diese 7 Stunden an Zeit frei zu schaufeln. Ich liebe dich, mein Bär! ♥

Wie realistisch es wohl sein wird, in absehbarer Zeit nochmal (am Stück) 7 Stunden Zeit zu haben, um etwas zu nähen…ihr könnt es euch wahrscheinlich denken 😉

Aus diesem Grund lautet mein allgemeiner guter Vorsatz für 2017: das nächste Mal mache ich es in der halben Zeit! Trotz der vielen Fehler, die in dieser Hose stecken: Ich bin sehr stolz darauf. Auch ihr: Seid stolz! Egal, wie schief die Nähte geworden sind, ob die Farbkombination nicht ganz so passt, wie ihr es euch dachtet oder ihr, so wie ich, mehrmals auftrennen musstet:

Ihr habt das toll gemacht!

Das war es fürs Erste von mir.

Ich freue mich wirklich sehr, wenn ihr mir über mein Kontaktformular schreibt oder ein Kommentar hinterlasst! Vielleicht erzählt ihr mir von eurem ersten Projekt, das ihr genäht habt oder von den ersten Fehlern, die ihr gemacht habt? Mittlerweile könnt ihr bestimmt schon darüber schmunzeln, ich kann es jedenfalls schon jetzt 😉

Vielleicht könnt ihr durch euren Erfahrungsaustausch mit mir verhindern, dass ich bei meinem nächsten Projekt wieder so viele Fehler mache.

Bis bald, eure Nähbie ♥

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